Critical Friends Forum 3: Critical Friends Forum: Internationalisierung im Umbruch

Bernd Redmann
Corona war eine Zäsur für die internationalen Beziehungen von Musikhochschulen (MH). Digitale Kommunikationspraktiken verbreiteten sich, die neue Formen fachlichen Austauschs und gemeinsame Lehrformate im internationalen Raum ermöglichen. Während unter Nachhaltigkeitsaspekten Mobilität inzwischen kritischer betrachtet wird, werden neue Formate digitaler oder hybrider Zusammenarbeit exploriert, auch getriggert von technologischen Entwicklungen. Wie gelingt es den MH diese Möglichkeiten zu nutzen und Grundlagen für kontinuierlichere internationale Lehr- und Forschungskooperationen zu etablieren?

An den MH studieren Talente aus aller Welt, die Instrumental- und Gesangsausbildung orientiert sich aber im Wesentlichen am klassischen europäischen Repertoirekanon. Auf Basis eines primär eurozentrischen („postkolonialen“?) Kulturverständnisses fällt es den MH schwer, sich für kulturelle Vielfalt zu öffnen und deren Potentiale zur Bereicherung ihrer Studienangebote zu nutzen. Weltweit ist festzustellen, dass sich musikalische Bildungsinstitutionen verstärkt mit der kulturellen Identität ihrer Region / ihres Landes auseinandersetzen und diese -neben den „klassischen“ (europäischen) Genres- stärker in die Lehre einbeziehen. Wie etablieren die MH einen neuen partnerschaftlichen Umgang mit diesen Institutionen auf kultureller Augenhöhe? Wie können die MH diese Partnerschaften nutzen, um ihren Studierenden horizonterweiternde kulturelle Begegnungen zu ermöglichen? Wie können sich die MH in Zugang und Lehre für migrantische Kulturen öffnen, um z.B. auch in den pädagogischen Studiengängen die gesamte gesellschaftliche Breite abzubilden? Der Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu diesen und weiteren Fragen ist Ziel dieses CFF.

(max. 30 Personen)