Panel 4: Zukunft Kirchenmusik: Staatliche und kirchliche Ausbildung in Konkurrenz?

Matthias Hermann, Ludwig Holtmeier
Kirchenmusik-Studiengänge waren in früheren Zeiten in der institutionellen Musikausbildung ein zentrales Element. Heute werden die Studiengänge von nicht einmal mehr der Hälfte der 24 deutschen Musikhochschulen angeboten. Die kirchlichen Ausbildungsstätten in Deutschland sehen sich Schließungs- und Fusionierungsdiskussionen ausgesetzt, die Nachfrage nach Studienplätzen ist fragil.

Was bedeutet es für die ressourcen- und kostenintensiven kirchenmusikalischen Studiengänge an staatlichen Hochschulen, wenn ein genuin staatskirchliches Selbstverständnis auch von staatlichen Institutionen zunehmend verloren geht und die Erfüllung entsprechender Aufgaben in Frage steht, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft eine Parallelstruktur zu den staatlichen Musikhochschulen darstellen? In welchem Verhältnis stehen in der neuen Realität schwindender finanzieller Ressourcen staatliche Musikhochschulen und kirchliche Hochschule zueinander, und welche Aufgaben und Pflichten könnten bzw. müssten den Kirchen zukommen? Das Panel richtet den Fokus auf die Ausbildung im Fach Kirchenmusik an staatlichen Hochschulen und beleuchtet deren spezifisches Profil, den aktuellen Zustand sowie die strategische Positionierung im Gesamtgefüge der professionellen Ausbildungslandschaft. Es versteht sich als Denkraum für einen offenen, strategischen Dialog über Wettbewerb, Zusammenarbeit und die Zukunftsfähigkeit der kirchenmusikalischen Ausbildung im Zusammenspiel von Staat und Kirche.

(max. 30 Personen)